Was die Gerichte zählen
Sieben Jahre, drei Länder, nur gezählte Fälle.
Eine Umfrage kann man anzweifeln. Einen eröffneten Konkurs, eine beratene Familie oder einen Zahlungsbefehl nicht. Deshalb zeigt dieses Kapitel nur Zahlen, die Gerichte, Ämter und Beratungsstellen zählen.
Das Bild ist nicht einheitlich, und auch das gehört zum Befund. Die Schuldenberatungen in Österreich verzeichneten 2023 bis 2025 die meisten Erstkontakte seit 2011. In der Schweiz erfassten die Fachstellen 2025 so viele neue Fälle wie nie seit 2019, allerdings bei schwankender Zahl meldender Stellen. In Deutschland stiegen die Verbraucherinsolvenzen, das deutsche Gegenstück zum Privatkonkurs, 2025 um 8,4 Prozent. Es war das dritte Jahr in Folge mit einem Anstieg. Die Privatkonkurse in Österreich lagen 2025 dagegen noch unter dem Wert von 2019. In den ersten drei Quartalen 2026 stiegen sie um 10,7 Prozent. Der Gläubigerschutzverband KSV1870 führt diesen Anstieg vor allem auf einen Einmaleffekt zurück.
Was dagegen spricht: Die Zahl der Überschuldeten in Deutschland ist laut Creditreform von 6,92 Millionen (2019) auf 5,56 Millionen (2024) gefallen und stieg erst 2025 wieder auf 5,67 Millionen. Corona-Hilfen, Stundungen (also Zahlungsaufschübe) und die Reformen der Restschuldbefreiung haben die Zahlen 2020 und 2021 stark verzerrt. Restschuldbefreiung heißt, dass am Ende eines Insolvenzverfahrens die übrigen Schulden erlassen werden. Gezählte Fälle reagieren außerdem verzögert: Erst wird es knapp, Jahre später kommt der Konkurs.
Quellen
- Österreich
- KSV1870, Insolvenzstatistiken (endgültige Jahreswerte; Hochrechnung Q1–Q3 2026 vom 16.09.2026); ASB, Schuldenreports 2020–2026.
- Deutschland
- Destatis, Verbraucherinsolvenzverfahren (Pressemitteilung Nr. 085 vom 13.03.2026); Creditreform SchuldnerAtlas 2025.
- Schweiz
- Schuldenberatung Schweiz, Jahresstatistiken 2019–2025 (Zahl der teilnehmenden Stellen schwankt).
Wie sieht das in Ihrem Betrieb aus?
Betrieb berechnen →