Institut für
Geldverhalten
Ein privates, unternehmensfinanziertes Institut.
Kapitel 4 von 12
Inhalt
  1. „Bei uns ist eine. Der Rest ist in Ordnung.“
  2. 1Die eine Exekution
  3. 2Knapp
  4. 3Kein Polster
  5. 4Die Sorge
  6. 5Nicht die, an die Sie denken
  7. 6Fünf Jahre Schweigen
  8. 7Was die Gerichte zählen
  9. 8Gefühlt besser, gezählt schlechter
  10. 9Der Geldstress-Index
  11. 10Warum Wissen allein nicht reicht
  12. 11Was nachweislich wirkt
  13. 12Wo der Arbeitgeber ohnehin am Hebel sitzt
  14. Ihr Betrieb: Eisberg und Kosten
  15. Methode und Quellen
Teil II · Unter der Wasserlinie

Die Sorge

Die breiteste Schicht. Hier beginnt die Strecke.

51 von 140kommen mit dem Einkommen eher schwer bis sehr schwer aus (Österreich)

Ganz unten liegt keine Not im engeren Sinn, sondern finanzielle Enge. Hier finden sich Menschen, die ihre Rechnungen noch zahlen, aber genau rechnen müssen. Bei den meisten von ihnen bleibt es dabei. Für einen Teil beginnt hier die Strecke, an deren Ende eine Exekution steht.

AT · Anfang 202636,1 %der Erwerbstätigen kommen eher schwer bis sehr schwer mit dem Einkommen aus
AT · 202446 %der Beschäftigten: Das Einkommen reicht nur knapp (40 %) oder nicht (6 %)
DE · 202659 %fürchten, dass die Lebenshaltungskosten stark steigen (2025: 52 %)

Diese Sorge bleibt nicht im Haushalt. In Österreich sagen fast neun von zehn Befragten (Frauen 90, Männer 87 Prozent), dass Geldsorgen ihre psychische Belastung erhöhen. Fast jeder fünfte Mensch in Deutschland liegt wegen finanzieller Sorgen nachts wach. In der Schweiz erleben 38 Prozent ihre finanzielle Lage als schlechter als ein Jahr zuvor. Der häufigste Grund sind die Krankenkassenprämien.

Zur Einordnung: Diese Werte stammen aus unterschiedlichen Befragungen mit unterschiedlichen Fragen. Sie zeigen eine Größenordnung, aber keine Entwicklung über die Zeit, und sie lassen sich nicht miteinander vergleichen. Für die Umrechnung auf eine Belegschaft verwendet dieser Bericht nur den amtlichen Wert von Statistik Austria.

In einem Betrieb mit 140 Beschäftigten

Österreich: rund 51 kommen eher schwer bis sehr schwer mit dem Haushaltseinkommen aus.

Quellen
Auskommen
Statistik Austria, „So geht’s uns heute“, Welle 18, Tabellenband IALC_V004, Zeile „Erwerbstätig“ (Summe von drei Antwortkategorien).
Arbeitsklima
AK Oberösterreich / IFES / FORESIGHT, Arbeitsklima Index, Presseaussendung 18.09.2025 (Datenbasis 2024; Summe 40 % + 6 %).
Deutschland
R+V, „Die Ängste der Deutschen 2026“, 01.10.2026 (Angst vor steigenden Lebenshaltungskosten); ING Deutschland, Economic & Financial Analysis, 02.03.2026 (Ipsos, Dezember 2025).
Psychische Belastung AT
Erste Group / INTEGRAL, Presseaussendung 24.02.2026, n = 812 (Zustimmung zu einer Aussage).
Schweiz
Swiss Life, Vorsorge-Panorama Schweiz 2025, Medienmitteilung 27.11.2025.

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